3_03-kollektivschutz

Kollektivschutz und technische Lösungen haben klar Vorrang (z.B Fassadengerüste, Auffangnetze und Hubarbeitsbühnen.)

Die Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen (PSAgA) kann in Betracht gezogen werden, wenn das Anbringen von kollektiven Schutzeinrichtungen oder der Einsatz
technischer Hilfsmittel nicht möglich oder gefährlicher als die Ausführung der Arbeiten mit Anseilschutz ist. Das Argument "Gerüst ist zu teuer" berechtigt nicht dazu!

Wichtig:
Rettung ist jederzeit mit eigenen Mittel sicherzustellen

 

Hilfreiche Informationen finden Sie zu folgenden Themen:

Gerüstbau

Arbeiten auf Dächern

Holzbau

Solaranlagen

Anforderungen an Sicherheitsbauteile

Rigging




Die Arbeitsvorbereitung hat einen äusserst hohen Stellenwert bei Arbeiten mit Absturzrisiken.

AVOR

Priorisierung:

1. Kollektivschutz & technische Massnahmen
2. PSAgA
Downloadlinks Gesetze

Grundsatz Artikel
Absturzsicherungsmassnahmen ab 2m Absturzhöhe treffen
Aussnahmen: ab 3m auf Dächern, ab 3m auf mobile Leitern
BauAV 15 & 28
Fassadengerüst- und Auffangnetzpflicht ab 3m Absturzhöhe BauAV 18
Bodenöffnungen & nicht durchbruchsichere Flächen sind
jederzeit zu sichern (Eternit etc. gilt als nicht durchbruchsicher)
BauAV 17 & 35
PSA gegen Absturz ist nur zulässig, wenn:
- Kollektivschutzmassnahmen (z.B. Gerüste) und
- technische Hilfsmittel (z.B. Hubarbeitsbühnen unmöglich sind
BauAV 19
VUV 5
Arbeiten mit PSAgA dürfen nur durch nachweislich ausgebildetes
Personal ausgeführt werden --> Link
VUV 5, 8
keine Alleinarbeiten mit PSAgA VUV 8
Rettung jederzeit mit eigenen Mitteln sicherstellen BauAV 7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BauAV     Bauarbeitenverordnung (D,F,I)
VUV         Verordnung über das Unfallversicherungsgesetz (D,F,I)
UVG        Unfallversicherungsgesetz
StGB        Strafgesetzbuch

Ingenieurlösungen / engineered solutions

In vielen Spezialfällen / Extrembaustellen versagt unser "Lieferantenkatalog" - know how.

Das was wir alle aus dem Bauwesen oder dem Maschinenbau kennen, ist bei Arbeiten mit Absturzrisiken (PSAgA & rope access) noch sehr wenig verbreitet.

Eine Statik für eine Betondecke oder einen Stahlträger lässt man beim Bauingenieur und eine Maschine vom Maschineningenieur berechnen.

Wie machen wir das mit einer projektspezifischen Absturzsicherung und was muss dabei berücksichtigt werden?

 

 Grundsätze:

  1. Das Gesetz sieht vor, dass der Stand der Technik angewandt werden muss.
  2. Wo Standard-Lösungen das Schutzziel nicht gewährleisten, müssen individuelle Lösungen gefunden werden, welche nachweislich gleichwertig oder besser sind.
    Sogenannte engineered solutions sind demnach möglich, ja sogar zwingend.
  3. Engineered solutions müssen die geltenden Sicherheitsbestimmungen vollumfänglich erfüllen. Der Verantwortliche dafür ist nachweispflichtig:
    Ein regelkonformer / prüffähiger Sicherheitsnachweis, welcher die sicherheitsrelevanten Punkte von PrSG (Produktesicherheitsgesetz), PSA-RL 89/686/EWG
    und der damit verbundenen Normen (z.B. EN363, 364, 365, 795 & SIA Tragwerksnormen) berücksichtigt, muss vor Ort greifbar vorliegen.

 

Beispiel:

Eine Brücke wird erstellt oder saniert. Sie führt über eine Schlucht / unwegsames Gelände. Dabei müssen schwere Stahl- und Stahlbetonträger mit dem Kran versetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist es technisch nicht möglich, ein Auffangnetz zu montieren. Damit die Träger positioniert und abgehängt werden können, muss eine Überkopf-Liefeline installiert werden. Am Markt findet man keine geeignete Produkte, welche sich auf alle Träger montieren lassen. Anstelle irgendetwas zu basteln, entscheidet man sich, die Lifeline und die Lifeline-Montagepfosten projektspezifisch zu bemessen, herzustellen und zu testen.

Vorgehensweise:

  • Bauingenieur mit Kenntnissen der Berechnung von Lifelines berechnet & konstruiert die nötigen Stahlteile, inkl. QM-Plan für Herstellung(siehe Kursausschreibung) 
  • Der Ingenieur erstellt eine Montage- und Unterhaltsanleitung, ggfs in Zusammenarbeit mit einem PSAgA Spezialisten.
  • Eine qualifizierte Stahlbaufirma stellt die Stahlteile nach Ingenieurangaben her und berücksichtigt dabei die Qualitätsmanagementvorgaben des Ingenieurs und sorgt für einen angemessenen Oberflächenschutz
  • Es wird eine handelsübliche oder vom Ingenieur spezifizierte Lifeline beschafft und installiert.
  • Der verantwortliche Ingenieur nimmt die Installation ab und gibt sie zur Benutzung schriftlich frei.
    Er entscheidet, ob vorgängig ein Prototyp in der selben Konfiguration getestet werden muss (abhängig von seinem Erfahrungsschatz)
  • Der Ingenieur entscheidet, ob die Installationsabnahme beim Umsetzen erneut durch ihn oder durch den PSAgA Verantwortlichen vor Ort erfolgt.

 

 

 

 

100725_Oberriet_Hochspannungsmast

In den Medien findet man regelmässig Kurzmitteilungen zu Absturzunfällen - diese zeigen aber nur einen Bruchteil des effektiven Geschehens. Details und Hintergründe fehlen in den meisten Fällen.

Diese Unfälle sind nur die Spitze des Eisbergs: Erfahrungsgemäss ereignen sich auf 1000 fahrlässige Handlungen 100 Unfälle, davon 10 mit Invaliditätsfolgen und einer mit Todesfolge.

Auf die letzten 10 Jahre gesehen:
5'300 Absturzunfälle mit Todes- oder Invaliditätsfolge!

Beispiel 1: Dachdecker abgestürzt

Beispiel 2: Absturz vom Leitungsmast

Beispiel 3: Dachdecker von Wespen angegriffen

Beispiel 4: Absturz vom Hochspannungsmast

Beispiel 5: Absturz vom Rollgerüst

 

Link 1 zu einigen aktuellen Beipielen

Link 2 zu einigen Beispielen

(Quelle Suva / VT / 2010: Nur Fälle von Suva-Versicherten)

Nach wie vor erleiden viele Personen einen Absturzunfall.
Über mehrere Jahre statistisch betrachtet sieht es leider so aus:

  • Alle zwei Wochen ein Toter durch Absturz (Jedes Jahr enden 25 Absturzunfälle tödlich)
  • Jeden Tag ein Invalider durch Absturz (Ø 370 dieser Opfer haben bleibenden Schäden)
  • Ø 9000 berufsbedingte Absturzunfälle ereignen sich jährlich in der Schweiz.
  • Ø 270 Mio CHF direkten Schaden pro Jahr verursachen Absturzunfälle. Dies ist ein Viertel aller Leistungen, welche die Suva jährlich für Berufsunfälle zahlt.
  • Ø 26'000. – kostet die Suva ein Absturzunfall (Taggeld, Heilkosten und Kapitalwerte). Im Vergleich: ein beliebiger Arbeitsunfall kostet Ø 5'000. –
  • Ø 470'000.– kostet ein absturzbedingter Invaliditätsfall.
  • Ein absturzbedingter Invaliditätsfall kostet bis zu 2.5 Mio CHF.
  • Fast jeder dritte Berufsunfall mit bleibenden Schäden oder Todesfolge ist ein Absturzunfall.
  • Eine Hauptursache bei Absturzunfällen sind mangelhafte Arbeitsvorbereitung, fehlende Schulung sowie erhebliche Selbstüberschätzung.

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  • Schulung

    Arbeiten mit PSAgA dürfen nur durch nachweislich ausgebildetes und der Situation angepasst ausgerüstetem Personal ausgeführt werden (VUV 5 & 8).

    Die Rettung ist dabei jederzeit durch eigene Mittel der Baustelle sicherzustellen.


    Leider gab es bis anhin noch riesige Unterschiede bezüglich Inhalte und Dauer von Schulungen für PSAgA.
    Schulungen von 30 Minuten Dauer und 15 Teilnehmer waren keine Seltenheit.

    Die Ursachen hierfür sind vielfältig und können sowohl beim Auftraggeber (Firma) wie auch beim Schulungsanbieter liegen.

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  • Schulungsunterlagen

    Vermehrt erkennen Firmen die Notwendigkeit, Ihre Mitarbeiter bezüglich Arbeiten mit Absturzrisiken, insbesondere im Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) zu schulen.

    Leider gab es bis anhin noch riesige Unterschiede bezüglich Inhalte und Dauer solcher Schulungen.

    Die Ursachen hierfür sind vielfältig und können sowohl beim Auftraggeber (Firma) wie auch beim Schulungsanbieter liegen.

    Der Schweizerische Höhenarbeiter- und Riggingverband, der Schweizerische Bergführerverband und die Suva haben deshalb in den Jahren 2009 & 2010 in einer Arbeitsgruppe entsprechende Grundlagen und Hilfsmittel zur Standardisierung von solchen Schulungen ausgearbeitet.

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  • Absturzrisiko in Zahlen
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